Film & Filmmusik
Was hat die Musikschule mit Film zu tun?
Die kreative Beschäftigung mit Film und Filmmusik hilft unseren Kindern und Jugendlichen, das allgegenwärtige Medium Film/TV/Hörspiel nicht nur zu konsumieren, sondern auch zu verstehen und im Wissen um dessen Produktionsbedingungen Abstand, Kritikfähigkeit und einen Begriff von Qualität zu entwickeln - "Medienkompetenz" eben.
Gleichzeitig steigt die Motivation, sich mit einem Musikstück zu beschäftigen schlagartig, wenn es gilt, das Stück im Studio aufzunehmen und es womöglich noch zu variieren und zu verändern.
Neben dem reinen Instrumental-, Vokal- und Ensembleunterricht hat es sich die Musikschule zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche an das Phänomen Filmmusik heranzuführen - nicht auf dem theoretischen Weg, sondern "learning by doing", also über das "Selbermachen".
Im Unterhofstudio finden sich alle notwendigen technischen und räumlichen Vorbedingungen für Audioaufnahmen, Videonachbearbeitung und Vertonung, sowie die wichtigsten Instrumente und ein Aufnahmeraum.
Der Spaß bei der Sache hält sich mit den neu gewonnenen (Er-)Kenntnissen die Waage - überzeugen Sie sich selbst, schauen Sie sich einige der unten genannten Beispiele an!
Vorgeschichte:
Im November 2004 begann in Karlsruhe das deutsch-spanische Projekt "Cinepasion" der Landesstiftung Baden-Württemberg, durchgeführt vom Verein "Hand in Hand e.V." Karlsruhe.
Zu zwei der vier im Verlauf des Projektes von Jugendlichen aus Deutschland und Spanien realisierten Filme steuerten junge Musikerinnen und Musiker der Musikschule die Filmmusik bei.
Unter Anleitung von Hansjörg Widmer wurde im Unterhofstudio ein Film mit Klaviermusik unterlegt, der andere Film von einem Trio aus Violine, Klarinette und Klavier vertont.
Neben der Komposition, dem Arrangement und den Studioaufnahmen hatten die Jugendlichen Gelegenheit, sich mit der technischen Seite des Filmmusikschnittes mit professionellen Computerprogrammen und unter professionellen Bedingungen vertraut zu machen.
Die Filme wurden beim Filmfestival Cinepasion 2005 in Karlsruhe/Schauburg vorgeführt.
Im Dezember 2007
entstand der Animationsfilm "Waldromanze", realisiert von einer 17-jährigen Schülerin, die diesen Film als Jahresabschlussarbeit für ihre Schule anfertigte.
Drehbuch, Zeitplan, Bildberechung, Animation, Beleuchtung, Kompositiion der Musik, Aufnahme von Musik Geräuschen und Stimmen gehörten zu den Aufgaben der Autorin, Musikerin und Technikerin in Personalunion.
Das Unterhofstudio steuerte nur den Vor/Abspann, den Schnitt und die technischen Möglichkeiten bei (Stop-Motionkamera, Audiostudio, Computerbearbeitung)
November 2008:
Aus einer kleinen Kritzelei im Unterrichtsheft des 8-jährigen Klavierschülers Jonas heraus entstand die Idee zum Animationsfilm 7 kecke Schnirkelschnecken.
Auf dem neu installierten Tricktisch im Unterhofstudio animierte Jonas die selbst angefertigten Zeichnungen zu der von ihm gesungenen und am Klavier gespielten Musik - ein gelungenes Beispiel was die Machbarkeit solcher Projekte angeht. Gesamter Zeitaufwand: ca. 6 Stunden.
Dezember 2009:
Jonas spielt "die Henne" von E.Gnessina,
dazu gibts Großstadthühner und sogar einen Vorfilm -
mit einem echten Klavierhämmerchen!
Januar 2010:
Zum Abschluß von Sebastians Klavierstundenzeit
guckt Hans in die Luft und fällt mit "Lady Madonna" ins Wasser.
Zeichnungen, Animation, Geräusche und Musik von Sebastian.
Mai 2010:
Der Film "Geniale Genveränderung" entstand während eines Workshops von 12- bis 16-jährigen Jugendlichen im Rahmen des Internationalen Animationsfilmfestivals in Stuttgart.
Wie auch die andern hier vorgestellten Trickfilme entstand er in der sog. Legetechnik, allerdings mit Papierzeichungen und Auflicht anstelle der sonst bei uns verwendeten Durchlichttechnik mit Zeichnungen auf transpartenter Folie


