Musikschule Horrenberg-Dielheim
Navigation Menu+

Lehrerkonzert mit Marion LaMarché

Lade Karte....

Datum/Zeit
Dienstag, 18. Dezember 2012
17:00 Uhr - 17:00 Uhr

Veranstaltungsort
Aula der Leimbachtalschule in Dielheim

Kategorien


aus der RNZ, 23.12.2012

Dielheim. (llr) „Noch ein Lied von mir, dann kommt Marion, die Super-Power-Sängerin!“, verkündet Zelia Fonseca, gibt mit einem Lächeln den Einsatz und stimmt auf der Gitarre ihren selbst geschriebenen Song „Postcards“ an.

Die gebürtige Brasilianerin und begnadete Musikerin steht mit ihren Kollegen in der Aula der Leimbachtalschule in Dielheim. Noch sind sie nicht komplett, der Saal hingegen ist komplett voll.

Für die etwas später Eintrudelnden bleiben nur noch Stehplätze, die natürlich aber den Vorteil haben, dass man ungeachtet der Masse schon heimlich die Hüfte kreisen lassen kann.

Hinter dem Schlagzeug, am Bass, an der Gitarre oder am Mikro – die ganze Band ist ein spontaner Zusammenschluss der Top-Lehrer der Musikschule Horrenberg-Dielheim. Mit Beginn des Schuljahres sind sie wieder eine mehr geworden:

Marion La Marché, die Frontfrau zahlreicher Pop-, Jazz- und Rockbands der Region bringt Schülern seit Oktober alles bei, was guten Gesang ausmacht, und unter anderem, wie man es schafft, dass die Stimmbänder auch bei Liedern von Janis Joplin nicht den Geist aufgeben. Grund genug für die Musikschule ein komplettes Konzert mit ihr auf die Beine zu stellen, sozusagen zum Einstand.

Die letzen Takte von „Postcards“ klingen aus. Zelia Fonseca, die auf der diesjährigen Matinee der Musikschule ihr eigenes Konzert gegeben hat, bittet Marion La Marché auf die Bühne: Wallendes, lockiges Haar, von Kopf bis Lederstiefel in schwarz und nur einen Kopf größer als der Mikroständer, aber mit einer umwerfenden Bühnenpräsenz ab der ersten Sekunde – Marion La Marché.

Man könnte meinen, sie hätte gleich zehn Tassen Tee der Sorte „Lebensfreude“ an der Bistrotheke getrunken, wenn die Frohnatur aus dem Odenwald am Mikro loslegt: Ob bei „Cocaine“ von EricCalpton, „Lullaby of Birdland“ von George Shearing oder „ Mercedes Benz“ von ihrer Ikone Janis Joplin, Marion La Marchés Stimme ist eine Wucht. Gerne schließt sie die Augen, kostet jede Note aus, spielt mit dem Mikro als wäre es ein eigenes Instrument und geht mit der linken Hand, auf und ab, jede Wendung der Melodie mit. Ihr Stil kommt an: bereits ab dem Feel-Good-Klassiker „Sir Duke“ von Steve Wonder hält das Publikum nichts mehr: Hände klatschen im Takt beschwingt aufeinander, Plastikstuhllehnen wippen in immer größerem Neigungswinkel und nach jedem Lied dann begeisterte Rufe. Die Stimmung schwappt über auf die Band und wieder auf das Publikum zurück. Die Musiker geben ihr bestes: Oliver Kuka an der Gitarre und Klaus Gaa an der Trompete ernten mehrmals Zwischenapplaus für ihre Soli, Bernd Öhlenschläger am Schlagzeug und Rolf Breyer am Bass liefern den groovigen Unterbau zu den Songs.

Auf positive Weise wirkt das Konzert in seinen besten Momenten fast surreal. Unwirklich groß, als wäre es irgendwo, nur nicht in der Schulaula. Das Licht von Wolfgang Krämer und Patrick Lamade transportiert Publikum und Band gefühlt auf eine Show-Bühne der ersten Kategorie. Zu jedem Lied strahlt das Scheinwerferaufgebot in den passenden Farben, entfaltet ein Blitzlichtgewitter oder taucht den Raum beim prickelnden Blues in ein schummriges Rot-Blau. „Eigentlich wollte ich mich ja auf den Flügel legen, aber da rutsch ich immer so“, verkündet Marion La Marché scherzhaft bei ihrem „flotten Zweier“ mit Hansjörg Widmer an den Tasten, und belässt es beim erotischen Anlehnen an das immer noch nicht ganz abbezahlte Schmuckstück der Musikschule. Die Spenden der Veranstaltung dienen nicht zuletzt der Finanzierung des Flügels. Der Abend wird ein hervorragender Mix aus weniger bekannten Songs, neuen Hits, wie „Je Veux“ des neuen französischen Chanson-Sterns Zaz, und Klassikern wie „Message in a Bottle“ von „Sting & The Police“. Bei letzterem singt das Publikum im Kanon den Refrain zum Ausklang, während das Licht von hinten funkelt. Die Stimmung könnte besinnlicher nicht sein in diesem Moment. Zwei Stunden später dann tosender Applaus, zwei Zugaben – natürlich von Janis Joplin! – und zufriedene Gesichter bei jedem, der langsam wieder von der großen Bühne in der kleinen Aula ankommt.