Musikschule Horrenberg-Dielheim
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ES GEHT AUFWÄRTS!

Zwischenbericht vom Dienstag, den 14. April 2020

Onlineunterricht – wie geht’s damit?

Kurzfassung


• Das Angebot von Onlineunterricht wurde von fast allen Schülerinnen und Schülern angenommen.
• Sollte der Lockdown auch in den kommenden Wochen bestehen bleiben, wird der Einzelunterricht über das Internet fortgesetzt werden.
• Technische Informationen, Tips, Tricks und Erfahrungsberichte aus unserem Unterricht finden Sie in diesem Beitrag.

Wenn Sie’s genauer wissen wollen, lesen Sie weiter:

Seit dem 17. März sind unsere Schulen und auch die Musikschule vom landesweiten Lockdown betroffen.
Die getroffenen Massnahmen haben eine Situation geschaffen, auf die wir bei der Musikschule so wenig vorbereitet waren wie Sie alle.
Während der ersten beiden Wochen waren wir in der Musikschule vor allem damit beschäftigt, Konzepte, Strukturen, technische Voraussetzungen etc. zu schaffen um weiterhin arbeiten zu können und den Kontakt zu unsern Schülerinnen und Schülern aufrecht zu erhalten.
Die meisten Schülerinnen und Schüler der Musikschule haben das Angebot der Lehrkräfte angenommen und haben sich – genau wie wir – mit sehr gemischten Gefühlen darauf eingelassen.


Das Ergebnis bzw. die Erfahrungen, die wir bislang damit gemacht haben ist/sind überraschend:
Schülerinnen und Schüler – egal welchen Alters – sind sehr konzentriert dabei, haben sich vorbereitet, warten schon sehnlichst auf den Anruf!
Und dies trotz der anstrengenden Umstände (immer wieder schlechte Verbindungen, in Folge davon eingeschränkte Qualität von Ton, Bild, Sprachverständlichkeit und unabhängig von der Internetqualität ein Zeitversatz („Latenz“) von bis zu 3 Sekunden zwischen Sender und Empfänger, was bedeutet, dass es unmöglich ist, sich gegenseitig zu begleiten oder überhaupt nur Dinge tatsächlich gleichzeitig zu tun.


Auf Lehrerseite ist für diese Art von Arbeit ein deutlich erhöhter Zeitaufwand notwendig, mehr Vorbereitung und immer wieder „Pflege“ des Systems, Experimente mit Kameras, Mikrophonen, unterschiedlichen Programmen (siehe hier)


Im unseren Studioräumen in Horrenberg wurde mittlerweile ein „virtueller Arbeitsplatz“ eingerichtet
, der Kollegen und Kolleginnen zur Verfügung steht, die nicht über das notwendige Equipment verfügen bzw. die in ihren eigenen vier Wänden nicht unterrichten können, weil die Dame in der Wohnung drunter ihren Besenstiel auspackt, wenn der Trompeter seine Trompete auspackt.

Gruppenunterricht, Musikalische Früherziehung, SBS, Bandproben/Bandcoaching, Chor, Ensembles:

Über den Onlineunterricht können natürlich nicht alle Unterichtsbereiche abgedeckt werden, das betrifft die Gruppenangebote und hier vor Allem die musikalische Früherziehung, aber auch Ballett, Chor etc.

Es ist unklar, wie lange dieser Zustand noch anhalten wird;
geklärt werden muss aber der Umstand, dass einige unserer Schülereltern oder Schüler/innen in dieser Zeit Unterrichtsgebühren entrichtet haben –

ohne eine Gegenleistung zu erhalten.

Je nach Länge des nicht ausgesprochenen Ausnahmezustandes besteht ja die Möglichkeit, Unterricht nachzuholen, sei es in den Ferien, sei es an Wochenenden, sei es in Form verlängerter Unterrichtseinheiten oder in Form von zusätzlichen Workshops etc.pp. – das ist aber im Moment nicht absehbar, die offiziellen Verlautbarungen und die inoffiziellen Spekulationen verändern sich, wie Sie selbst wissen, beinahe stündlich.
Wir schlagen deshalb vor, nach Wiederaufnahme des Regelbetriebs (Juni/Juli 2020) einen „Kassensturz“ durchzuführen, bei dem wir überprüfen, wo/bei wem und in welchem Umfang Unterricht ausgefallen ist der nicht nachgeholt werden kann/konnte.
Für endgültig ausgefallenen Unterricht würden die Gebühren gutgeschrieben/verrechnet/zurückerstattet werden.
Wenn der Großteil der Gebührenzahler sich diesem Modell anschliesst, könnte die Musikschule bis mindestens zum Sommer die fälligen Honorare und Löhne der Mitarbeiter bezahlen, so dass bei diesen keine Totalausfälle entstehen.
Alle Pläne darüber hinaus scheinen uns im Moment ins Reich der puren Spekulation zu gehören; wir wissen noch nicht einmal, was nächste Woche sein wird – die Zeit bis zu den Sommerferien vergeht zwar sehr schnell, aber irgendwelche Prognosen, auf deren Basis man planen und handeln könnte, sind derzeit nicht in Sicht.

Deshalb mein Vorschlag hier zu unserer „Kassensturz-lösung“, die mir fair erscheint und die uns als Schule einen Handlungsspielraum bis zum Sommer verschafft – der vor Allem den Kolleginnen und Kollegen zugute kommen wird.

Trotzdem:

Im Falle finanzieller Engpässe in einzelnen Haushalten sollten wir schnell miteinander reden/telefonieren und eine schnelle Lösung finden, schliesslich sitzen wir alle im selben Boot…die rechtlichen Grundlagen & Paragraphen für vorzeitige Kündigungen wegen höherer Gewalt, Corona & Co etc. sind eine Grauzone, auf die ich mich gar nicht erst einlassen möchte, das sollte sich einfacher lösen lassen. Das haben wir in der Vergangenheit immer versucht, und so soll es auch bleiben.

So ist der derzeitige Stand der Überlegungen hier in der Schule; sollten Sie bessere Ideen haben oder einen gerne einen Beitrag hier veröffentlichen oder einfach ihre Meinung sagen möchten – tun Sie’s bitte.
Schreiben Sie an die Mailadresse der Schule, wird freuen uns über jede Rückmeldung!

HjWidmer

Zwischenstand Freitag, 27.2.2020

– erste wichtige gute Meldung:


Schwester Corinna ist in Dielheim angekommen und bereichert unser Team mit ihrer herzerfrischenden Direktheit und ihrem Humor.

„Die hat uns gerade noch gefehlt“ denkt sich der eine oder die andere Kollegin, und –

genau so ist es!!


In diesem ganzen Durcheinander und Wirr-Warr von Meldungen und Gegenmeldungen tut ein kleines oder großes Lächeln oder Lachen gut und rückt die Situation manchmal wieder zurecht, bevor wir den Überblick verlieren – es ist alles schon ernst genug!

Weitere gute Meldungen

Der „virtuelle Musikunterricht“ kommt in die Gänge, noch haben wir es nicht geschafft, alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen und einzubinden, die Experimente mit unterschiedlichsten Verbindungen, Geräten und Softwarelösungen haben viel Zeit gebraucht, es gab unterschiedlichste Zwischenergebnisse von „super“ über „naja…“ bis hin zu „unmöglich“ – und das Ganze noch verwirrender, weil unter Umständen am nächsten Tag mit scheinbar gleichen Voraussetzungen völlig andere Ergebnisse erzielt werden konnten.

Die brauchbarsten Ergebnisse wurden mit Skype (plattformunabhängig) und Facetime (nur Apple untereinander) erzielt, in manchen Konstellationen zeigte die App Zoom gute Ergebnisse;

WhatsApp scheint bislang die schlechteste Lösung zu sein, wie denn auch überhaupt die Arbeit mit einem Smartphone der Verwendung eines PCs, Laptops oder Tablets unterlegen ist – zumindest für die direkte Arbeit in einer Unterrichtssiuation.

Der kleine Bildschirm ist auf die Dauer – zumindest bei der Lehrkraft, die mehrere Stunden damit zubringt – unzumutbar.

Als Kommunikationsmittel zwischendurch oder zur Besprechung der Vorgehensweise ist WhatsApp natürlich brauchbar – genauso wie das gute alte Telefon.

Wichtig ist, dass sowohl auf Lehrer- als auch Schülerseite der gemeinsame Arbeitsplatz sorgfältig eingerichtet wird,

  • hören wir uns gut
  • sehen wir uns gut
  • sehen wir beide das Instrument des jeweils andern
  • ist es möglich (sehr selten!!) gemeinsam zu musizieren oder macht die Latenz von bis zu 2 Sekunde das unmöglich
  • können wir uns gegenseitig Noten oder Text zeigen

Lassen Sie sich viel Zeit für diese Vorbereitungen, bis eine einigermassen zufriedenstellende Kommunikation möglich ist, helfen Sie als Eltern mit bei der Einrichtung und Bereitstellung aller Hilfsmittel, aber auch: überlassen Sie den Rest – wie sonst auch – dem Duo Schüler/in und Lehrer/in – die müssen die Situation miteinander klären und zueinanderfinden.

Was möglich ist – ich hab’s ausprobiert!

In diesem Sinne – passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf und bleibt gesund!